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Virtual Reality ghosting, judder, jitter und andere Gemeinheiten

Wenn ich darüber nachdenke, wie viele Euro meines hart erarbeiteten Gehalts ich in den letzten 18 Monaten in meinen PC investiert habe und mit welchen Problemen ich bezüglich VR (virtual realtiy) noch immer konfrontiert bin, dreht sich mir der Magen um.

Eine kurze Einleitung

Ich startete mit einer Oculus Rift. Primär deshalb, da ich gerne DCS World „simuliere“ und der Unterschied zwischen einem Monitor und der VR wirklich erheblich ist. Während man  sich vor dem Monitor immer bewusst ist, dass es sich um eine Computersimulation handelt, hat man in der VR wirklich das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein.

Neben dem perfekt funktionierenden Headtracking, „sitzt“ man wirklich mitten im Cockpit, hat ein viel besseres „Tiefenempfinden“, kann Entfernungen besser abschätzen und…. es ist einfach GENIAL!

Ein bisschen nachdenklich stimmen mich die Gedanken, die ich mir wegen meiner Augen mache. Wenn man ehrlich ist, kann es einfach nicht gesund sein, wenn längere Zeit in zwei „kleine“ Bildschirme gestarrt wird, die mehr oder weniger direkt vor den Augen positioniert sind und auch noch eine gewisse Abwärme erzeugen, oder?

Ich schweife ab….

Die Geister die ich rief… (ghosting?)

Während meiner Flugstunden in DCS (meist in einer P51D Mustang bzw. einer Spitfire) bin ich Anfangs einfach nur hin und weg. Allerdings bemerke ich, während Dogfights, dass mich schnell passierende Flugzeuge (head on) – also von vorne nach links oder rechts hinten – aufgrund eines „Dreifachschattens“ etwas irritieren.

In der „Mitte“ sieht man das eigentliche Flugzeug, vorne und hinten ist ein Schatten, der etwas transparenter dargestellt wird. Grausam!

Das muss wohl „Ghosting“ sein?

 

Zu wenig FPS (Frames per second)?

Ich lerne, dass die Rift (ohne S) eine Bildwiederholfrequenz von 90Hz hat UND dass mein PC in jeder Situation 90FPS aufrecht halten muss, damit es zu einer „ghosting-freien“ Darstellung kommt. Sobald die FPS unter 90 fallen, aktiviert sich bei der Oculus Rift das sogenannte Asynchronous Time Warping. Der PC rechnet die Bilder voraus und „schätzt“ grob gesagt, wo das nächste Frame erscheinen wird.

Sobald das passiert (ASW aktiv wird / die FPS unter 90 fallen), ist man zumindest bei mir mit ghosting – Doppel / Dreifachbilder und -kurz gesagt- einer unschönen Darstellung konfrontiert. Bei machen tut ASW allerdings auch was es soll und „verbessert“ die Darstellung bei leistungsschwächeren PC. ASW erzeugt also individuelle Ergebnisse (einfach testen).

Anmerkung: Das Oculus Tray Tool ermöglicht es euch, für jedes Spiel separate Einstellungen (pro Spiel) zu definieren. U.a. kann man auch festlegen ob ASW aktiviert werden soll, oder nicht.

Ebenso ist es möglich, die Pixeldensity zu konfigurieren. Je höher die PD, desto höher die Anforderungen an den PC / desto besser die Darstellung in der VR. Sofern man schon mit Ghosting zu kämpfen hat, ist es nicht ratsam die PD hochzuschrauben.

Download: https://www.guru3d.com/files-details/oculus-traytool-download.html

 

Ich will ohne ASW in die VR abtauchen äh… in der VR „fliegen“!

Da ich nicht unbedingt auf Kompromisse stehe, war mein Ziel klar. Ich schenke mir eine „bessere Grafikkarte“ und führe auch gleich ein Prozessorupgrade durch. Nebst einer Nvidia RTX 2080, zog ein AMD Ryzen 1800x in mein Gehäuse ein. Ich konnte es kaum erwarten, denn -kommend von einer GTX 1060- erwartete ich mir einen immensen Boost….

Es gab nur ein Problem…

Der Boost war nicht „inkludiert…“

Ratlosigkeit, Konfusion, Aggression……. Analyse!

Oculus debugging / CPU-Z etc.

Nachdem sich der erste Ärger in Luft aufgelöst hat, wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Wo liegt der Flaschenhals? Mittels „Oculus debugging Tool“ , CPU-Z und GPU-Z versuchte ich dem Bösewicht auf die Schliche zu kommen.

Es schien, dass sich die Grafikkarte fast langweilte, während der Prozessor ziemlich auf Anschlag lief. Somit war der Ansatz klar:

„Aus der CPU alles rausholen, was nur geht — Overclocking….“

Bei höherem Takt, besserte sich das Problem zusehends. Allerdings war ich recht bald am Limit bzgl. „Overclocking“ angekommen. (Ich übertakte nur so lange, wie der Prozessor es ohne die Erhöhung der Spannungen mitmacht“.

Dazu kommt übrigens im Falle von DCS, dass kein Multithreading unterstützt wird.

Fazit DCS: Obwohl ich eine Besserung erreichen konnte, war es vor allem online nicht möglich, eine angemessene Leistung (ohne Ghosting) zu erzielen.

Desillusioniert legte ich das „Projekt VR und DCS“  zu den Akten und die Oculus Rift zur Seite.

Einige Monate später, entdeckte ich „iRacing“ in Kombination mit der Oculus Rift für mich und war innerhalb kürzerster Zeit „hin und weg“. Sowohl die Sim als auch die Rift funktionierten tadellos! Einziges Problem hierbei: Ich bin verdammt nochmal nicht schnell genug! (Das ist aber eine ganz andere Geschichte ;-)).

Dann kam der Ryzen 3…

und mit ihm die Hoffnung auf ein besseres VR-Erlebnis in DCS. Ich verkaufte also mein AM4 Mainboard und den Ryzen 1800x, um Platz für ein MSI B450-F Gaming und einen AMD Ryzen 3800x zu machen. Aufgrund extrem guter Berichte und einer immens besseren Auflösung orderte ich auch noch eine HP Reverb VR-Brille.  (Die RTX 2080 – nach wie vor ein Monster von einer Grafikkarte – blieb natürlich erhalten.)

Sicherheitshalber installierte ich meine Spieleplattform „Windows 10“ neu.

  • Windows auf dem aktuellstem Stand
  • Treiber auf dem aktuellsten Stand
  • Bios auf dem aktuellsten Stand
  • Kein Virenschutz installiert (Defender on board).

Ab ins Cockpit von iRacing

Wahsinnsauflösung mit der Reverb… unglaublich… alles eindeutig lesbar… genial!

Wie ich so „dahinfahre“, passiert mich links ein Rennwagen in hohem Tempo… ähm… was war das?!

GHOSTING!

  • Erster Gedanke: Bitte nicht schon wieder…
  • zweiter Gedanke: In iRacing hatte ich das bislang nie, das darf nicht wahr sein!
  • dritter Geistesblitz:  Framedrop… ganz sicher… (Die Reverb braucht 90FPS durchgehend).

Ich checke also, ob ich -wenn das Ghosting auftritt- unter 90FPS falle.

Überraschung: Mein PC hält unter allen Umständen die 90FPS! Ich hab also kein Leistungsproblem…

Die folgenden Wochen würde ich im Kontext der Fehlersuche als schrecklich bezeichnen!

Nichts, was ich anstellte, führte zum Erfolg. Ich versuchte verschiedenste Spiele, unterschiedlichste Treiberversionen, die Oculus Rift, hunderte? Einstellungen, externe USB Hubs mit Powersupply, alle vorhandenen USB-Ports, eine interne USB-Schnittstelle (INATECK), die mit einem X570 Mainboard offenbar nicht funktioniert, tauschte nochmals Mainboard (und sogar die Grafikkarte), alle Kabel und was weiß ich noch…

Zuletzt stellte ich fest, dass das Problem sogar im Gizmondo VR Player auftritt, wenn sich in einem VR Video Objekte schnell von links nach rechts, oder oben nach unten bewegen.

Status Quo: Kein Erfolg, das Ghosting hat mich nicht mehr verlassen und ruiniert sämtliche VR-Erfahrungen.

Letzte Hoffnung und definitiv auch meine letzten Experimente: Neues Netzteil und eine Startech USB-Schnittstellenkarte.

Aja, ich hab auch HP und CT (HEISE) angeschrieben und mein Problem geschildert. HP brauchte ca. 1 Monat für eine „Antwort“, um dann zu hinterfragen, welche PC-Ausstattung ich denn verwende. Bin mal gespannt, wann ich die nächste Antwort bekomme…

Sollte dies nicht zum Erfolg führen, werde ich wohl einen Großteil des Equippments wieder verkaufen.

So ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht haben, freue ich mich über Kommentare!

 

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