Mikrotik Router – Grundkonfiguration from scratch

Generell kann der Mikrotik Router entweder über eine fixe IP-Adresse, oder das Programm Winbox angesprochen werden. Der Vorteil der Winbox besteht u.a. darin, dass der Mikrotik Router auch über seine MAC-Adresse gefunden wird.

Somit wird es möglich, per MAC-Adresse ins „Admin-Backend“ des Routers zu gelangen.

Ausgangslage

Sofern man die Werkseinstellungen des Routers übernimmt ist ein Port des Routers für den Anschluß des „Internet“ (anderer Router) gedacht. Die verbleibenden Ports stehen dem LAN zur Verfügung.

Ich will mich im Rahmen dieses Beitrages jedoch mit der kompletten Neukonfiguration beschäftigen. D.h. der Router ist absolut unkonfiguriert.

Was wollen wir erreichen

  • 1 Port soll für die WAN-Schnittstelle konfiguriert werden, wobei eine statische IP-Adresse Verwendung findet.
  • Die verbleibenden Ports sollen für das LAN zur Verfügung stehen.

WAN-Konfiguration

Nach dem Einstieg auf den Router per Winbox wählt man:

  • Menü IP -> Adresses
  • Klick auf das + Symbol im erscheinenden Fenster oben

Im Beispiel wird die IP 192.168.0.100/24 für das ether1 Port vergeben. Abschließend ist das Fenster mit OK zu bestätigen.

Bridge konfigurieren

Alle verbleibenen Ports sollen für das LAN zur Verfügung stehen und „gebridged“ werden (Jedes Port „macht“ das Gleiche).

  • Menü IP -> Bridge
  • Klick auf das + Symbol

Als Name wird z.B. bridge1 vergeben. Abschließend wird das Fenster mit OK geschlossen.

Der Bridge Ports zuordnen

Im Menü IP -> Bridge / Fenster Bridge müssen nun noch die Ports zugeordnet werden, die dieser Bridge zugeordnet werden sollen. Das WAN-Port darf der Bridge NICHT zugeordnet werden!

Dieser Schritt (oben) ist mit allen Interfaces zu wiederholen, die der Bridge hinzugefügt werden sollen.

Der Bridge eine IP Adresse zuweisen

  • Menü IP -> Adresses
  • Klick auf das + Symbol
  • IP Adresse der Bridge zuordnen

Abschließend ist das Fenster mit OK zu bestätigen.

Der Bridge einen DHCP-Server zuordnen

Für das LAN soll ein DHCP-Server konfiguriert werden. Da das LAN am Bridge-Port hängt, wird dem Bridge-Port ein derartiger Server zugeordnet.

  • Menü IP -> DHCP Server
  • Klick auf Button „DHCP SETUP“
  • Wahl des Interfaces (bridge1) -> Next
  • Den gewünschten Adressraum eingeben. Wenn z.B. der Mikrotikrouter mit 192.168.88.1 im LAN angesprochen wird, könnte man einen DHCP-Adressraum von 192.168.88.2 – 192.168.88.254 verwenden. -> Next
  • DHCP Relay leer lassen

Standardroute ins Internet setzen

Die Standardroute soll über zu einem Internet-Router zeigen, an dessen LAN-Port der Mikrotikrouter (WAN-Port) hängt. Der Internet-Router hat die IP Adresse 192.168.0.1

  • Menü IP -> Routes
  • Klick auf das + Symbol
  • Als Dst. Adresse: 0.0.0.0/0 eingeben (=Route ins Internet)
  • Gateway = IP des Internet-Router = 192.168.0.1
  • Mit Ok bestätigen

Im Fenster „Route List“ muss nun noch in den Reiter „Next Hops“ gewechselt werden, um zu prüfen, dass als Adresse die IP 192.168.0.1 (Internet-Router) eingetragen ist.

DNS Server definieren

Ohne DNS-Server geht es nicht.

  • Menü IP -> DNS Settings (Häkchen bei „Allow Remote Requests“ setzen nicht vergessen)

Das sollte es gewesen sein. Alle Clients die an den LAN-Ports des Mikrotik Routers hängen, sollten nun in das Internet gelangen.

 

 

 

Raspberry PI3 und Owncloud 9 auf Raspbian Lite

Nachdem ich mittlerweile einen recht potenten Internetzugang zu Hause habe, wollte ich mal versuchen, wie es sich denn verhält, wenn man Owncloud wirklich zu 100% selbst hostet und nicht auf einen externen Serveranbieter angewiesen ist.

Zu diesem Zwecke, hatte ich zuletzt in einen Raspberry PI3 investiert.

Als Betriebsystem kommt Raspian Lite (Jessie) zum Einsatz.

phpmyadmin installieren

Zuerst installiere ich mysql-server5, anschließend dann phpmyadmin. Phpmyadmin zieht den Apache Webserver und div. Php-Module mit. Bei der Vergabe des MySql-Rootpasswortes sollte man kein zu einfaches Passwort wählen!

 

/var/www auf SSD mounten

Anmerkung: Im Nachhinein gesehen, wäre es wahrscheinlich besser gewesen, das komplette /var Verzeichnis auszulagern!

Ich mounte also per /etc/fstab/ die erste Partition der SSD  /dev/sda1 auf /var/www. Das Verzeichnis liegt somit auf einer rund 60GB großen Partition auf der SSD-Festplatte.

 

Owncloud Repo hinzufügen und installieren

Wie man auf der Site https://download.owncloud.org/download/repositories/stable/owncloud/ beschrieben, binde ich das Repository in apt ein. Die installation von Owncloud geschieht mittels:

apt-get update

apt-get install owncloud

Datenbank für Owncloud erstellen

Per phpmyadmin lege ich die für Owncloud notwendige Datenbank an.

ownclouddb

Natürlich brauchen wir auch noch einen User, der auf die DB zugreifen soll. Bitte nicht den MySql – Root User verwenden!

owncloudusr

Nachdem User und Datenbank erstellt sind, müssen noch die Berechtigungen des User auf die Datenbank vergeben werden (Klick für größeres Bild).

owncloud rechte

 

SSL Vhost aktivieren, SSL Zertifikat einbinden

Owncloud sollte NICHT per HTTP angesprochen werden. Es sollte eine strikte Umleitung auf SSL erfolgen. Dies wiederum, erfordert ein entsprechends SSL Zertifikat. Ein solches Zertifikat kann man sich entweder selbst erstellen, oder aber günstig erwerben. Ich habe mit AlphaSSL gute Erfarhungen gemacht. Es spricht jedoch nichts dagegen, ein selfsigned Zertifikat zu verwenden. Es geht ja primär um die Verschüsselung.

Genauere Infos dazu u.a. bei Digitalocean

Eine Bespielkonfiguration (Apache Vhost-Datei unter /etc/apache2/sites-available/dein.vhost.conf), mit permanenter Umleitung auf https kann z.B.: so aussehen (Apache Version 2.4):

<VirtualHost *:80>
ServerName owncloud.server.at
DocumentRoot /var/www/owncloud
SSLVerifyClient optional
Redirect permanent / https://owncloud.server.at
</Virtualhost>

<VirtualHost *:443>
ServerName owncloud.server.at
<IfModule mod_headers.c>
Header always set Strict-Transport-Security „max-age=15768000; includeSubDomains; preload“
</IfModule>

SSLEngine on
SSLCertificateKeyFile /etc/ssl/private/zertifikat.key
SSLCertificateFile /etc/ssl/certs/zertifikat.crt
SSLCaCertificateFile /etc/ssl/certs/AlphaSSLroot.crt

 

DocumentRoot /var/www/owncloud

 

<Directory /var/www/owncloud>
Options Indexes FollowSymLinks MultiViews
AllowOverride All
Require all granted
</Directory>

 

ErrorLog /var/log/apache2/owncloud_error.log
CustomLog /var/log/apache2/owncloud_access.log combined
</VirtualHost>

Oben FETT geschrieben = permanente Umleitung auf HTTPS

Die Konfiguration muss dann noch per a2ensite <vhostfile> aktiviert werden! (Achtung Apache Restart nicht vergessen!)

Apache Modul SSL und headers aktivieren

a2enmod ssl
a2enmod headers
service apapche2 restart

 Memory Cache apcu installieren

apt-get install php5-apcu

Danach diese Zeile (unten fett geschrieben) in /var/www/owncloud/config/config.php einfügen:

 ‚dbpassword‘ => ‚wPCn5EhH5q4E4ZcB‘,
‚logtimezone‘ => ‚UTC‘,
‚installed‘ => true,
  ‚memcache.local‘ => ‚\OC\Memcache\APCu‘,

Apache Restart nicht vergessen.

Owncloud Installation starten

Nun sollten die grundlegenden Vorarbeiten erledigt sein. Nach Aufruf des entsprechenden URL der Owncloudinstallation, gibt man nun DB_User, Datenbank,  Host, Owncloud-Admin-User inklusive Passwort in die erscheinende Maske im Browser ein und klickt auf „Installation Fertigstellen“.

Ist alles glatt gegangen, sollte man im Backend von Owncloud landen.

Weitere wichtige Schritte

Serverseitige Verschlüsselung aktivieren

Im Backend sollte die serverseitige Verschlüsselung (Anklicken des angemeldeten User – Administration – links auf Serverseiteige Verschlüsselung – Haken setzen bei Serverseiteige Verschlüsselung aktivieren + Klick auf Verschlüsselung aktiveren) eingeschaltet werden.

Verschlüsselungsmodul laden

Aktivieren des Verschlüsselungsmodules über Klick (links) auf: Apps – Nicht aktiviert – Default encryption module – > auf Aktivieren klicken.

Danach bitte nochmals ab- und wieder anmelden, damit der Schlüssel initialisiert werden kann.

fail2ban installieren

apt-get install fail2ban

Danach kopiert man /etc/fail2ban/jail.conf nach jail.local und aktiviert die entsprechenden jails in der Datei.

Am Beispiel von ssh sieht die Konfig so aus (enabled einfach auf true stellen):

[ssh]

enabled  = true
port     = ssh
filter   = sshd
logpath  = /var/log/auth.log
maxretry = 6

rkhunter installieren

apt-get install rkhunter

rkhunter –propupd –update

Sollte man in eine Fehlermeldung a la: „Invalid SCRIPTWHITELIST configuration option: Non-existent pathname: /usr/bin/lwp-request“ laufen, muss in /etc/rkhunter.conf die Zeile

SCRIPTWHITELIST=/usr/bin/lwp-request

auskommentiert werden. Danach sollte das Updatescript problemlos durchlaufen und einen Fingerabdruck des Systemes erstellen.

mod_evasive aktivieren

apt-get install libapache2-mod-evasive

Nach der Installation sollte man das Logginverzeichnis erstellen und dem Apache-User (in der Regel www-data bei einsatz von mod_php) Zugriff auf dieses Verzeichnis gewähren.

chown www-data /var/log/mod_evasive

Unter /etc/apache2/mods-available/evasive.conf muss die Konfiguration angepasst werden. Eine nicht so scharf eingestellte Beispielkonfiguration wäre:

<IfModule mod_evasive20.c>
DOSHashTableSize    3097
DOSPageCount        20
DOSSiteCount        100
DOSPageInterval     1
DOSSiteInterval     1
DOSBlockingPeriod   10

 

DOSEmailNotify      hostmaster@it-networker.at
#DOSSystemCommand    „su – someuser -c ‚/sbin/… %s …'“
DOSLogDir           „/var/log/mod_evasive“
DOSWhitelist 127.0.0.1
</IfModule>

Dies sollte es vorerst gewesen sein. Im folgenden Teil (noch in Arbeit), werde ich kurz auf die zusätzliche Absicherung des Systemes eingehen und auch eine Benachrichtigung einrichten.

Vor allem kann ich dann eventuell schon Aussagen bezogen auf die Leistungsfähigkeit des PI3 tätigen.

Kostenloses Windows 10 Upgrade im Unternehmen

Gerade in Klein- und Mittelbetrieben hat man oft noch SB/OEM Lizenzen von Windows im Einsatz und kann nicht auf Volumenlizenzen mit Software Assurance zurückgreifen.

Macht es in diesem Zusammenhang Sinn, auf das bis Ende Juli 2016 kostenlose Windows 10 zu aktualisieren?

Der erste Impuls ist vermutlich „kostenlos“ – ja klar, warum nicht. Man spart dem Unternehmen Geld. (Natürlich nur, wenn die installierte Software auch unter Windows 10 läuft).

Hardwaretausch

Was man allerdings unbedingt im Hinterkopf behalten sollte ist, dass offenbar noch immer nicht geklärt ist was passiert, wenn man Windows 10 (per kostenlosem Upgrade) installiert hat und die Hardware tauscht.

Es ist nicht klar, ob Windows 10 in einem solchen Szenario auf der neuen Hardware überhaupt aktiviert werden kann!

Laut Gabe Aul (Tweet) wird man versuchen kulant vorzugehen.

Es gibt jedoch KEINE definitive Ausage darüber. Selbst ein Anruf bei der MS-Hotline hat mich nicht weiter gebracht:

…diese Information haben wir noch nicht. Die Leute, die das entscheiden, sind nicht per Telefon erreichbar… es wird gehofft, dass MS hier einen gangbaren Weg findet…

Nachgefragt bei einem großen österreichischen IT-Anbieter, der auch auf Lizenzierung spezialisiert ist:

…wird die Hardware getauscht, erlischt die Lizenz. Windows 10 muss gekauft werden.

Nach dem kostenlosen Upgrade auf Windows 10 wird ein generischer Productkey erstellt.

Dieser Key kann NICHT zur Neuinstallation verwendet werden.

Die Aktivierung von Windows 10 erfolgt mittels Hashwert, basierend auf der aktuell eingesetzten Hardware.

Tauscht man die Hardware (den ganzen PC, oder z.B.: das Mainboard), ist diese Aktivierung nicht mehr gültig. Windows 10 kann somit nicht mehr aktiviert werden.

Im Internet kursieren teilweise Berichte darüber, dass eine erneute Aktivierung per Hotline ab und zu möglich ist. (Je nachdem, ob man einen kulanten Hotline-Mitarbeiter erwischt).

Für mich ist das aber eher wie russisches Roulette…

Aus dem durchwegs nachvollziehbaren Gedankengang (s)einem Unternehmen durch das kostenlose Upgrade Geld zu sparen, könnte also nichts werden.

Was bringt es kostenlos zu aktualisieren, nur um dann bei späterem Austausch der Hardware festzustellen, dass man Windows 10 nicht installieren kann und eine neue Lizenz erwerben muss? Viel Arbeit, wenig Sinn…

Fazit

Wer in den Genuß des kostenlosen Upgrades kommen will, muss bis spätestens 29. Juli 2016 auf Windows 10 upgraden. Tauscht man allerdings die Hardware aus und muss Windows 10 neu installieren, ist nicht sichergestellt, dass eine erneute Aktivierung möglich ist.

Im worst-case muss man sich eine Windows 10 Lizenz kaufen.

Verschärfend kommt hinzu, dass MS unter Windows 7 und 8.1 die neuen Prozessorgenerationen (z.B. Skylake) ab Juli 2017 nicht mehr supported.

Man ist unter Zugzwang, sofern nicht auf alternative Betriebssysteme umsteigen kann.

 

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