Vom Debian Network Installer zu KDE

Ich möchte hier kurz beschreiben, wie man mittels der Debian Netinstaller-CD ein Minimalsystem (Standardsystem) installiert und danach per apt-get die wichtigsten Komponenten „nachzieht“ um eine lauffähige KDE-Umgebung zu erhalten.

In welchem Umfang die Installation stattfindet, kann man sehr komfortabel mittels der Debian Installationsroutine auswählen.  (Es wird davon ausgegangen, dass man ein „Standardsystem“ ohne „Desktopumgebung“ mittels Debian-Netinstall CD installiert.)

Wenn die Installation des Grundsystems abgeschlossen ist, beginnen wir mit den manuellen Schritten zur weiteren Installation.

System auf aktuellen Stand bringen

An der Konsole findet der Login mit dem Rootuser „root“ statt. (Von einer funktionierenden Internetverbindung wird ausgegangen!)

Als nächsten prüfen wir die Datei sources.list, die sich im Vereichnis /etc/apt befindet. Zu öffnen ist diese Datei mit einem Editor, den man frei wählen kann. (Ich greife auf „vim“ zurück).

Die Sourceslist sollte folgenden Inhalt haben:

  • deb http://ftp.at.debian.org/debian/ etch main contrib non-free
  • deb-src http://ftp.at.debian.org/debian/ etch main contrib non-free
  • deb http://security.debian.org/ etch/updates main contrib non-free
  • deb-src http://security.debian.org/ etch/updates main contrib non-free

Repositories contrib und non-free greifen auf Pakete zurück, die nicht mit der Debianphilosophie harmonieren, da hier auf teiweise nicht freie bzw. generell auf nicht freie Repositories zurückgegriffen wird. (Dies stellt zwar keine Gefahr dar, jedoch weise ich an dieser Stelle einfach darauf hin. Wer sein System ausschließlich nach dem Debianway betreiben will, kann auf contrib bzw. non-free auch verzichten, hat dann aber nicht den vollen Paketumfang zur Verfügung.)

Nach Anpassung bzw. Kontrolle des Inhaltes sollte das System mit den Onlinerepositories synchronisiert werden:

  • apt-get update
  • und RETURN
  • apt-get upgrade
  • und RETURN

Apt-get update synchronisiert das System mit den Onlinequellen. Apt-get upgrade holt aktualisierte Pakete für die bereits installierten Pakete aus dem Internet und installiert die Updates.

Das System sollte also nun auf dem aktuellen Stand sein.

Pakete für den xserver-xorg, kdm und kde installieren

  • apt-get install xserver-xorg (und die Installation der Pakete bestätigen)
  • apt-get install xorg (Bei der Installation von „xorg“ wird u.U. ein Installationsdialog zur Konfiguration der Grafikkarte / Monitor aufgerufen, dies einfach entsprechend der eingesetzten Hardware einstellen.) Bei Debian Lenny wird hier der Dialog zum Konfigurieren der Grafikkarte / Monitor NICHT mehr angezeigt. Der Xserver versucht alle nötigen Einstellungen selbst zu erkennen!
  • apt-get install kdm
  • apt-get install kdebase

Anmerkung: Bei der oben erwähnten Vorgangsweise werden ALLE Xserver für alle verfügbaren Grafikkarten installiert! Dies stellt angesichts der heutigen Festplattenkapazitäten zwar kein Problem dar, jedoch lässt sich hier natürlich auch explizit der notwendige Xserver installieren.

Den Xserver starten

Ist alles glatt gelaufen und wurden die korrekten Einstellungen während der menübasierten Installation des Xserver getätigt loggt man sich als User ein und startet den Xserver durch startx von der Konsole aus.

Wenn auch das klappt, besteht noch die Möglichkeit den K-Loginmanager (grafischer Loginmanager) automatisch beim Systemstart starten zu lassen.

Hierfür kann man das Paket rcconf nachinstallieren (apt-get install rcconf in einer Konsole) und dann starten, um zu kontrollieren, ob KDM in der erscheinenden Liste aktiviert ist. (Wenn nicht einfach aktivieren und rcconf beenden).