Installation: Kopano der „neue“ Stern am Groupwarehimmel – Teil 3

Letztes Update: 27.12.2018
Getestet: 28.10.2018

Und weiter gehts… Teil 1 und Teil 2 der Kopanoinstallation sollten erledigt sein. Aktuell sind die Verbindungen, die zu Kopano aufgebaut werden noch nicht verschlüsselt, da das http-Protokoll verwendet wird.

Dies bedeutet, dass sämtliche Passwörter im Klartext über die Leitung gehen. Sehr unschön, nicht zeitgemäß und deshalb unbedingt zu beheben!

SSL-Zertifikat

Für die Verschlüsselung der Verbindung, benötigt man ein SSL-Zertifikat. Variante 1 wäre, sich ein solches Zertifikat selbst zu erstellen. Variante 2 wäre, ein Zertifikat zu kaufen.

Variante 1 (self-signed): Kostet nichts, jedoch werden Internetbrowser und andere Endgeräte beim Verbindungsaufbau meckern.

Ein solches Zertifikat wird so zusammengebaut:

openssl genrsa -des3 -passout pass:xxxxxxxx -out kopano.pass.key 4096
openssl rsa -passin pass:xxxxxxxx -in kopano.pass.key -out kopano.key
rm kopano.pass.key
openssl req -new -key kopano.key -out kopano.csr

Nach Eingabe des letzten Befehles, werden einige Details abgefragt. Am Wichtigsten ist die Frage nach dem common name dieser MUSS entsprechend dem FQDN des Servers  befüllt werden, auf dem Kopano läuft.

Und nochmals in die Konsole:

openssl x509 -req -days 1095 -in kopano.csr -signkey kopano.key -out kopano.crt

Das .key-File und das .crt-File werden anschließend in die dafür vorgesehenen Ordner verschoben.

mv kopano.crt /etc/ssl/certs
mv kopano.key /etc/ssl/private

Apache ssl aktivieren

Kurz und schmerzlos.

a2enmod ssl
service apache2 restart
service apache2 status

vHost anpassen

Kopano + Postfix werden exklusiv auf meinem Server betrieben (es läuft sonst kein vHost). Die Konfiguration findet deshalb direkt in der /etc/apache2/sites-available/000-default.conf statt.

Grundsätzlich leite ich alle Anfragen die auf Port 80 an den Server gerichtet werden auf die HTTPS-Seite um.

Innerhalb des *.80er Virtualhost-Eintrags, richte ich eine permanente Umleitung ein:

Redirect / https://<FQDN Kopano Server>/

Danach erstelle ich im File 000-default.conf einen weiteren vHost. Dieser ist für die SSL Anfragen zuständig:

<Virtualhost *:443>
ServerName <FQDN Kopano Server>
ServerAdmin hostmaster@domain
DocumentRoot /var/www/html

#SSL Zertifikate
SSLEngine on
SSLCertificateFile /etc/ssl/certs/kopano.crt
SSLCertificateKeyFile /etc/ssl/private/kopano.key




#SSL Logging
LogLevel info ssl:warn
ErrorLog ${APACHE_LOG_DIR}/kopano_ssl_error.log
CustomLog ${APACHE_LOG_DIR}/kopano_ssl_access.log combined
</VirtualHost>

Apacheserver neu starten…

service apache2 restart

SSL-Check

Es ist an der Zeit, den URL https//:<FQDN>/webapp aufzurufen. Ist das Zertifikat self-signed, wird der Browser eine Fehlermeldung ausgeben. (Es muss eine Ausnahme erstellt werden).

Wie im Screenshot leicht erkennbar ist, wird ein Zertifikatsfehler angezeigt (hier im IE). Dieser Fehler wird durch das self-signed Zertifikat ausgelöst. Die Verbindung ist dennoch verschlüsselt!

SSL-Variante 2 – Ein Zertifikat von einer CA kaufen. Die Implementierung eines gekauften SSL Zertifikates, läuft im Großen und Ganzen gleich ab, wie bei Einbindung eines self-signed Zertifikates.

Gegebenenfalls muss jedoch noch ein Rootzertifikat eingebunden werden, dass von der jeweiligen CA bezogen werden kann.

Bsp:

SSLCaCertificateFile /etc/ssl/certs/RootZertifikat.crt

Ich empfehle hier bewusst keine CA (Zertifizierungsstelle). Bitte googeln.

SSL Done! 😉

Deskapp im Einsatz

Die Standarddeskapplikaton für Emails unter MS Betriebssystemen ist Outlook. Im Arbeitsalltag ist dies (leider) annähernd selbstverständlich.

Hierbei scheint ein funktionierendes „Senden an… -> Emailempfänger“ das absolute Killerkriterium zu sein. (Zumindest meiner Erfahrung nach).

Wenn man „seinerzeit“ Zarafa mit Hilfe der Webapp verwendete und keinen Emailclient einsetzen wollte, gab es dieses Feature einfach nicht.

Aber…

Mit Kopano kam die Deskapp. Die Deskapp ist genaugenommen ein adaptierter Chromium Browser, der sämtliche Funktionen der Webapp beinhaltet.

Der Clou dabei? — „Senden an Emailempfänger“ funktioniert damit!

Bye Bye liebe Standard-Mailclients!

Download /  Einrichtung / Start der Deskapp

Wie alle anderen Komponenten auch, kann die Deskapp von https://download.kopano.io/community auf den Rechner gezogen werden.

Nach Installation und Aufruf der Deskapp, muss ein neues Profil angelegt werden.

Deskapp up and running…

Definiert als Standard-Mail-App

Kopano-Files (Einbindung Cloudspeicher)

Herunterladen und entpacken des Modules:

cd /tmp
wget https://download.kopano.io/community/files:/files-2.1.0.74-Debian_8.0-amd64.tar.gz
tar xvfz *.tar.gz
cd files-2.1.0.74-Debian_8.0-amd64/
dpkg -i *.deb
apt-get -f install
dpkg -i *.deb

Falls man in der Webapp angemeldet ist, bitte abmelden und erneut anmelden, damit das Modul aktiv wird. (Es sollte im oberen Bereich – blaue Leiste – mit Namen FILES aufscheinen).

Über das Menü: Einstellungen -> Files (+ Add Account), kann ein Account (z.B. von Nextcloud) eingebunden werden.

Status OK

Clouddrive eingebunden

Z-Push

Sicher kein „Unbekannter“ für Zarafauser. Z-push sorgt dafür, dass die Groupwaredaten den Weg auf das Smartphone finden. Um dies zu bewerkstelligen, emuiert es das ActiveSync Protokoll. (Und das macht es extrem gut.)

Ich gehe hier nicht auf jeden Schritt ein, da die Doku von Kopano wirklich alles abdeckt, was das z-push-Herz begehrt.

Wichtig ist u.a. folgende Info:

To encrypt data between the mobile devices and the server, it’s required to enable SSL support in the web server.

Keep in mind that some mobile devices require an official SSL certificate and don’t work with self signed certificates. For Windows Phone and Windows Mobile you might need to install the certificates on the device

Heißt soviel wie:

  • Verschlüsselte Verbindungen benötigen SSL Support (erledigt)
  • Das SSL-Zertifikat sollte ein offiziell anerkanntes SSL Zertifikat sein, da es u.U. zu Problemen mit z-push kommen kann, wenn man ein self-signed Zertifikat verwendet. (die Konfiguration in diesem Artikel, verwendet ein self-signed Zertifikat.)
  • Windows Phone / Mobile Nutzer müssen das Zertifikat eventuell auf dem Mobilgerät installieren, damit es funktioniert.
  • Mit einem offiziellen SSL-Zertifikat, gibt es keine Probleme mit z-push

Mobile Device Management (mdm)

Das letzte Modul, das ich kurz besprechen möchte ist das „Mobile Device Management“ – kurz mdm. Mittlerweile sollte klar sein, dass man das komprimierte File wieder über https://download.kopano.io/community/ beziehen kann.

Der Installationsvorgang ist bitte ebenso – wie bereits bekannt – zu vollziehen.

cd /tmp
wget https://download.kopano.io/community/mdm:/mdm-2.1.0.20_16-Debian_8.0-all.tar.gz
tar xvfz mdm-2.1.0.20_16-Debian_8.0-all.tar.gz

cd mdm-2.1.0.20_16-Debian_8.0-all
dpkg -i *.deb
apt-get -f install
dpkg -i *.deb

Konfiguration

Die zu erledigenden Anpassungen, halten sich sehr stark in Grenzen.

nano /etc/kopano/webapp/config-mdm.php

Die Datei sollte nach der Anpassung so aussehen, wobei der Wert des PLUGIN_MDM_SERVER dem FQDN des Kopanoservers entsprechen muss. (mit localhost bzw. 127.0.0.1 hat es bei mir nicht funktioniert).

Verwendung

In der Webapp -> Menü Einstellungen -> MDM, sollten spätestens nach einem Klick auf den Button „Refresh“ alle Geräte / Programme aufscheinen, die per z-push mit dem Server (Mailkonto) synchronisieren.

Mit mdm kann somit per Webapp Einfluß auf die Devicesynchronisierung genommen werden.

Schlussworte

Ich hoffe, ich konnte mit meinen 3 Artikeln zum Thema „Kopano“ einen kleinen Einblick in die Leistungsfähigkeit dieser Groupwarelösung bieten, obwohl ich nicht alle der vorhandenen Module besprochen habe.

Vielen Dank für das Interesse!

Hier gehts zu Teil 1 …

Installation: Kopano – der „neue“ Stern am Groupwarehimmel – Teil 2 (MTA Installation)

Letztes Update: 27.12.2018
Getestet: 28.10.2018

In Teil 1 meiner Kopanoartikelserie wurde (hoffentlich) klar, dass die Installation im Grunde genommen kein Hexenwerk ist. Kopano läuft, die Komponenten funktionieren. Aber… Ohne einen MTA  – wie zum Beispiel Postfix –  macht eine Groupware keinen Spaß!

Ziel dieses Artikels ist es, die Mailfunktionalität in Kopano zu implementieren. Damit man die Mailaccounts nicht separat anlegen muss, erhält der MTA die benötigten Daten aus der Kopanodatenbank. (= primäre Mailadresse).

Schließlich werden noch ein paar Mechanismen zur Spamabwehr eingebaut.

Dazu kommen wir jedoch später!

Kopanobenutzer, Postfix, Mailadressen… wie passt das zusammen?

Ist man Teil 1 gefolgt, befindet sich zur Zeit ein Benutzer in der Kopanodatenbank. (Benutzername: gestl, Emailadresse: daniel.gestl@it-yourself.at). Nun muss noch ein MTA her, der die Emailkommunikation übernimmt und ankommende Emails an Kopano weitergibt.

Kopano dagent

Die Kommunikationsschnittstelle zwischen dem MTA (z.B. Postfix) und Kopano bildet der sogenannte Kopano-dagent. Er „wartet“ auf eingehende Verbindungen vom MTA. Der Datenaustausch erfolgt über das LMTP (Local Mail Transfer Protocol.)

Wie auch bei der server.cfg ist die Datei dagent.cfg nicht im Verzeichnis /etc/kopano vorhanden und muss erst aus dem Verzeichnis /usr/share/doc/kopano/example-config dorthin kopiert werden.

cp /usr/share/doc/kopano/example-config/dagent.cfg.gz /etc/kopano

cd /etc/kopano

gzip -d dagent.cfg

nano /etc/kopano/dagent.cfg

In der Standardkonfiguration, ist der Port auskommentiert. Ich habe den Eintrag wie folgend angepasst:

lmtp_listen = 2003

Prüfen ob der kopano-dagent läuft / neu starten:

service kopano-dagent stop

service kopano-dagent start

service kopano-dagent status

Der Status sollte auf: active (running) stehen.

Ein weiterer Check, kann mit Telnet durchgeführt werden

telnet 127.0.0.1 2003

und sollte zum Ergebnis haben, dass sich der LTMP Server meldet:

Connected to 127.0.0.1.
Escape character is ‚^]‘.
220 2.1.5 LMTP server is ready

kopano-spooler

Der Kopano-Spooler ist für das Abarbeiten von ausgehenen Emails notwendig. Wenn dieses Service nicht läuft, bleiben ausgehende Emails im Postausgang hängen. Die .cfg Datei muss erst wieder in das entsprechende Verzeichnis kopiert werden:

cp /usr/share/doc/kopano/example-config/spooler.cfg.gz /etc/kopano

gzip -d spooler.cfg.gz

Spooler starten/neu starten:

service kopano-spooler stop

service kopano-spooler start

service kopano-spooler status

Der Status sollte auf: active (running) stehen.

kopano-search

Auch der Kopano-Suchdienst sollte laufen. Wie bereits oben durchgeführt, muss auch hier die Konfigurationsdatei erst in das Verzeichnis /etc/kopano kopiert werden. Die Datei liegt allerdings bereits entpackt im Beispielverzeichnis vor. Abgesehen davon, ist der Kopiervorgang identisch.

Eine entsprechend angepasste search.cfg kann hier heruntergeladen werden.

Auch dieser Dienst sollte als  Status  active (running) aufweisen.

Muss es Postfix sein?

Nein, muss es nicht. Kopano ist vollkommen modular aufgebaut. Dies gilt nicht nur für die Kopanokomponenten, sondern auch für annähernd alle Komponenten, mit denen Kopano interagiert.

Da Postfix aber einfach cool ist, darf es hier auch mitspielen. 😉

Falls Postfix und Postfix-mysql noch nicht am Server installiert wurde, ist dies nachzuholen:

apt-get install postfix postfix-mysql

Die Grundkonfiguration, besteht aus wenigen Schritten:

  • Auswahl von „Internet Site“
  • Angabe des Systemmailnamens. Das ist der Voll qualifizierte Domainname des Mailservers. Also zum Beispiel: mail.it-yourself.at. Mit diesem Namen, gibt sich der Mailserver anderen Mailservern zu erkennen. Hierbei ist es extrem wichtig, dass sowohl A-DNS (forward lookup), DNS-MX (Eintrag wer für die Maildomain der Mailexchanger ist) und Reverse-DNS (reverse DNS Lookup) korrekt konfiguriert wurden.

Kurzer DNS-Exkurs

In der Regel wird es so sein, dass die DNS Einstellungen beim Domainregistrar (dort wo man die Domain registriert hat) durchgeführt werden muss. Hierfür gibt es meistens einen Kundenbereich.

Forward DNS = DNS (A): zb. mail.it-yourself.at -> zeigt auf IP 81.28.243.54

Reverse DNS = PTR: zb. 81.28.243.54 -> zeigt auf mail.it-yourself.at


MX = Welcher Server ist für die Mailzustellung an *@it-yourself.at zuständig = mail.it-yourself.at

Services starten nicht automatisch

Die installierten Services, starten nach der installation nicht automatisch, d.h. nach einem Serverneustart müssen die Services manuell gestartet werden, sofern man den Autostart nicht aktiviert:

systemctl enable kopano-server
systemctl enable kopano-search
systemctl enable kopano-dagent
systemctl enable kopano-spooler

Details zur Posfixkonfiguration

Postfix soll „Final Destination“ für die Emaildomain sein. Ich verwende die Domain it-yourself.at.

Sämtliche Änderungen müssen bitte in der

/etc/postfix/main.cf

vorgenommen werden.

Auskunftssperre für Postfix

Der MTA soll nich all zu viel über sich ausplaudern.

smtpd_banner = $myhostname ESMTP

Virtuelle Domains, Benutzer und Aliase

Die verwendeten Benutzerdaten sollen von Postfix als „virtual“ gehandelt werden. Wir arbeiten nicht mit lokal angelegten Benutzern!

Nicht vergessen: Die Userdaten sollen aus der Kopanodatenbank ausgelesen werden.

Unter Berücksichtigung oben erwähnter Eckdaten, wird  die Postfixkonfiguration angepasst:

virtual_alias_maps = hash:/etc/postfix/virtual
virtual_mailbox_maps = mysql:/etc/postfix/mysql-users.cf
virtual_transport = lmtp:[localhost]:2003
virtual_mailbox_domains = it-yourself.at

Danke für den Tipp betreffend [localhost]@Jörg!

virtual_alias_maps: Die Aliasadressen sind in dieser Konfiguraton in einer Datei zu hinterlegen. Die Datei kann so aussehen (/etc/postfix/virtual):

Nachdem die Datei gespeichert wurde, muss sie für Postfix lesbar gemacht werden:

postmap /etc/postfix/virtual

virtual_mailbox_maps: Der Dreh- und Angelpunkt! Hier wird definiert, woher Postfix die Primärmailadresse bezieht.

Der Wert mysql:/etc/postfix/mysql-users.cf verweist auf eine Datei (mysql-users.cf), in der eine MySQL-Abfrage definiert ist, die die Mailadresse aus der Kopanodatenbank ausliest.

Ebenso in der Datei zu hinterlegen, sind die MySQL-Logindaten für die Kopano-MySQL-Datenbank, da sich Postfix sonst nicht mit der Datenbank verbinden und die Abfrage ausführen kann.

user = kopano_usr
password = geheimespasswort
hosts = 127.0.0.1
dbname = kopano_db
query = SELECT value FROM objectproperty where propname = 'emailaddress' and value = '%s';

Der Datei mysql-users.cf sollten aus Sicherheitsgründen die Rechte „600“ gesetzt werden. User und Gruppe auf root setzen!

chmod 600 /etc/postfix/mysql-users.cf
chown root:root /etc/postfix/mysql-users.cf

Danke für den Hinweis @ Heinz!

Was bedeutet %s in der Abfrage?

Dieser Platzhalter wird von Postfix automatisch mit der Empfängeradresse befüllt (mail to:).

Würde eine Email an daniel.gestl@it-yourself.at ergehen, dann erhält Postfix auf die Abfrage eine positive Rückmeldung. (Emailadresse vorhanden -> Die Email wird an den dagent weitergegeben)

Wenn die Abfrage keinen Rückgabewert liefert, wird die Email abgelehnt. (Sinngemäß mit: User unknown in virtual address table)

virtual_transport: Definiert, dass Postix Emails an das LMTP-Port 2003 weitergibt, sofern sie akzeptiert worden sind. D.h. Postfix übergibt die Mails an den dagent von Kopano.

Der dagent ist fähig, die Emails anhand des Benutzernamens, oder der Emailadresse dem entsprechenden Kopanouser zuzuordnen.

virtual_mailbox_domains: Für welche Domains ist der Postfixserver zuständig.

Lokale Zustellung

Keine der Emails sollen lokal zugestellt werden. Deshalb, muss der Wert für mydestination auf localhost stehen.

Die Relayingkonfiguration

Ein sehr relevantes Thema. Nur Kopanobenutzer dürfen über den Server relayen. Entweder kann die Webapp, die Deskapp, oder eine Activesyncanbindung genutzt werden (Outlook, Smartphone). Ein direkter SMTP Versand von einem beliebigen Client ist NICHT möglich!

Anmerkung: Mit Deskapp und Z-Push beschäftige ich mich in Artikel 3 der Serie.

mynetworks = 127.0.0.0/8
smtpd_relay_restrictions = permit_mynetworks, reject_unauth_destination

smtpd_recipient_restrictions (main.cf) Achtung, die  Einrückung ist notwendig!

 smtpd_recipient_restrictions = permit_mynetworks,
                                reject_non_fqdn_recipient,
                                reject_non_fqdn_hostname,
                                reject_invalid_hostname,
                                reject_non_fqdn_recipient,
                                reject_non_fqdn_sender,
                                reject_unauth_pipelining,
                                reject_unverified_recipient

Anmerkung: Mit Deskapp und Z-Push beschäftige ich mich in Artikel 3 der Serie.

Funktionsprüfung

Nach jeder Konfigurationsänderung, müssen die betroffenen Dienste neu gestartet werden.

service postfix restart

Abgesehen davon, ist es immer eine gute Idee, den Status eines neu gestarteten Dienstes zu prüfen.

service postfix status

(Nicht irritieren lassen, hier ist u.a. bereits spamassassin aktiv).

Wichtig ist active (running).

Wir senden eine Email und prüfen die Webapp

Finale – Teil 2: Mit einem beliebigen Mailclient senden wir eine Email an die in  Kopano vorhandene Mailadresse. In meinem Fall ist dies daniel.gestl@it-yourself.at.

Die Email sollte – sofern alles korrekt konfiguriert ist – in der Webapp von Kopano erscheinen. (http://<FQDN oder IP>/webapp)

Perfekt, läuft!

Probleme?

Sofern Probleme auftreten, kann die Logdatei von Postfix überprüft werden.

tail -f /var/log/mail.log

= Echtzeitdarstellung der Logdatei.

Noch ein paar Worte…

Dies ist das Ende von Teil 2 der Kopanoinstallation. In Teil 3 möchte ich mich mit einigen weiteren Modulen von Kopano beschäftigen.

Ebenso ist das Aktivieren des HTTPS-Protokolles ein Thema.

Die Dokumentation

Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten die diese Groupware bietet, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in die hervorragende Dokumentation.

Hier gehts zu Teil 3…

Installation: Kopano – der „neue“ Stern am Groupwarehimmel – Teil 1 (LAMP installation)

Was ist Kopano?

Letztes Update: 27.12.2018
Getestet: 28.10.2018

Kopano ist ein Fork (eine Abspaltung) von Zarafa. Einige Komponenten wurden übernommen, andere von Grund auf neu geschrieben. Kopano ist Opensource, bietet ein umfangreiches Sortiment an Funktionen und ist modular aufgebaut:

  • core (Basis für alle anderen Komponenten)
  • webapp (komplett ausgestattete Web-GUI a la Outlook Web Access)
  • files (Einbindung diverser Cloud-Dienste. Beispielsweise: Owncloud/Nextcloud)
  • webmeetings
  • deskapp (Vollwertiger Desktop-Mailclient auf Basis eines modifizierten Chromium Browsers! –> Senden an… funktioniert! –> kein Outlook mehr!)
  • mdm (mobile device management)

Betriebssystemplattform

Als Betriebssystem habe ich (wie sooft) Debian GNU Linux „momentan Version 9 (stretch)“ im Einsatz. Die Basis der Installation bildet im Grunde eine LAMP Installation. PHP sollte als mod_php laufen. Abgesehen davon, gibt es natürlich noch einige Abhängigkeiten, die bei der Installation von Kopano erfüllt werden müssen.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht!

Natürlich werden auch einige andere Distributionen unterstützt, wie zum Beispiel: OpenSuse, Ubuntu, Fedora, RHEL, SLE….

Wer gerne „from scratch“ arbeitet, kann auch alles selbst kompilieren. Dies ist jedoch „nicht meine Baustelle“ ;-).

Woher bekommt man die Pakete von Kopano?

Die Pakete der Community-Edition können über die Website https://download.kopano.io/community/ heruntergeladen werden. Jedes Verzeichnis entspricht hierbei einem Modul (core, deskapp, files…).

Community Edition vs. Subscription

Wenn Kopano-Community-Edition eingesetzt wird, erhält man die Pakete in Form einer „bleeding edge“ Variante. Bei den Paketen handelt es sich um nightly-builds.

Die Pakete können/müssen per wget heruntergeladen werden. Die Installation erfolgt per dpkg.

Ist eine Subscription vorhanden wird es komfortabler, denn dann kann das Kopano-Repository eingebunden werden, was in weiterer Folge bedeutet, dass die gesamte Paketverwaltung per apt-get erfolgen kann.

Handysynchronisierung Z-Push

Auch Smartphoneuser kommen nicht zu kurz. Per z-push, welches kostenlos zur Verfügung steht, wird ActiveSync implementiert.

Installation LAMP

Ich gehe hier nicht darauf ein, wie man Debian GNU Linux „from scratch“ installiert. Ich gehe davon aus, dass wir von einer Basisinstallation starten.

Nachdem es auch notwendig ist, eine Datenbank zur Verfügung zu stellen und diverse Einstellungen zu bearbeiten, installiere ich zusätzlich das Paket phpmyadmin.

apt-get install mysql-server apache2 phpmyadmin

Durch obenstehenden Befehl werden auch sämtliche notwendigen Pakete (Abhängigkeiten) mitinstalliert. Es sind nur einige wenige Dialogfelder zu bestätigen:

Als Webserver wird Apache2 eingesetzt. Dies ist im Setupdialog auch so zu wählen.

Phpmyadmin fragt nach einem Passwort für den User phpmyadmin. Hier bitte einfach nur die Eingabetaste drücken. Es wird automatisch ein Passwort erzeugt, das wir in weiterer Folge NICHT benötigen.

MariaDB Einrichtung

Hierzu gibt es nicht viel zu sagen. Nachdem alle Pakete installiert wurden, muss der Befehl mysql_secure_installation aufgerufen werden. (Remove anonymous user (yes), Dissallow root login remotely (yes),  remove Testdb (yes), Reload privilege tables now (yes).

Kein Login in phpmyadmin mit dem User „root“ möglich

Bei Mariadb ist für den root-user ein unix_socket Plugin aktiv. Dieses Plugin prüft, ob 2 Bedingungen gegeben sind und lässt erst dann einen administrativen Zugriff auf die Datenbank (root-User) zu. Die Bedingungen sind:

1.) Als Rootuser in der Konsole eingeloggt?
2.) Authentifiziert als vorhandener Mariadb-root-user?

Wenn man sich nun bei phpmyadmin als Benutzer root einloggen will, schlägt dies fehl. Klar! In dem Fall meldet man sich ja nicht per Konsole (als User root) bei der Mariadb an, sondern über das Web. D.h. es werden nicht beide Bedingungen erfüllt.

Eine gute Lösung hierfür ist, einen eigenen Benutzer anzulegen, der MariaDB-Rootrechte besitzt.

Im Terminal des Servers  bzw. des Linuxsystems sind folgende Schritte (eingeloggt als root) durchzuführen:

mysql

grant all on *.* to neuerrootuser@localhost (RETURN)
identified by 'deinpasswort' with grant option;

Nach Abschluss obiger Aktion, haben wir uns somit nun einen neuen Rootuser für die MariaDB gebaut. Um wieder aus der Mariadb-Konsole auszusteigen, muss quit eingegeben werden.

phpmyadmin

Zur einfacheren Verwaltung von Datenbanken, wird phpmyadmin installiert. Auch hier ist das Setup schnell vollzogen. Nach Beantwortung der Frage „Konfigurieren der Datenbank für phpmyadmin mit dbconfig-common“ mit JA und der Bestätigung der Frage nach einem Passwort für den phpmyadmin-Benutzer mit einem Return (Details siehe weiter oben), ist die Installation abgeschlossen.

Phpmyadmin sollte nun per Internetbrowser aufrufbar sein. Als Login ist bitte der User/Passwort zu verwenden, den wir in der Konsole für die MariaDB angelegt haben!

Mit root funktioniert es nicht!

Somit haben wir eine LAMP Basis geschaffen und können uns nun der Kopanoinstallation widmen.

Kopano installieren

Pakete herunterladen

Die Pakete von Kopano können – sofern man keine Subscription hat – per wget heruntergeladen werden. (Anmerkung: Nutzer mit Subscription, können direkt per apt-get auf die Pakete zugreifen.)

Wenn mit wget gearbeitet wird, ist https://download.kopano.io/community/ die Adresse der Wahl.

Auf dem Linuxserver selbst, kann man ein Verzeichnis erstellen, um die Pakete in selbiges herunterzuladen, oder man greift auf das /tmp Verzeichnis zurück.

cd /tmp
wget https://download.kopano.io/community/core:/core-8.6.81.475_0%2B86-Debian_9.0-amd64.tar.gz
wget https://download.kopano.io/community/webapp:/webapp-3.4.23.1812%2B1035-Debian_9.0-all.tar.gz
wget https://download.kopano.io/community/files:/files-2.1.5.296-Debian_9.0-all.tar.gz
wget https://download.kopano.io/community/mdm:/mdm-2.1.0.106%2B26-Debian_9.0-all.tar.gz

Anmerkung: Die Dateinamen ändern sich täglich (Versionsnummer -> da nightlies! Bitte die Links entsprechend anpassen. Notwendige Daten hierfür erhält man auf der Kopano-Community-Seite.

Nach dem Download, werden die *.tar.gz Dateien enpackt. Pro entpackter Datei, wird automatisch ein entsprechendes Unterverzeichnis erstellt.

Entpacken und installieren des Kopano-core

tar xvfz core-8.6.81.475_0+86-Debian_9.0-amd64.tar.gzcore-8.4.0~35_19.1-Debian_8.0-amd64
cd core-8.6.81.475_0+86-Debian_9.0-amd64
dpkg -i *.deb

Der Installationsversuch schlägt fehl, da es unaufgelöste Abhängigkeiten gibt. Genaugenommen erhält man die Meldung: „Fehler traten auf beim Bearbeiten von:“

Unaufgelöste Abhängigkeiten bereinigen

Apt wäre nicht apt, wenn es für diesen Umstand keine einfache Lösung gäbe.

apt-get install -f

Durch diesen Befehl werden alle fehlenden Pakete „nachgezogen“.

Kopano-core — Zweiter Versuch

Bei der Instation von Kopano-Core sollten nun keine unaufgelösten Abhängigkeiten mehr angezeigt werden.

Kopano Webapp

Bei der Installation der Webapp wird nun gleich verfahren, wie bei „Core“. Entpacken der tag.gz Datei, in das Verzeichnis wechseln, in dem die entpackten .deb Files liegen + Installation mittelst dpkg.

tar xvfz webapp-3.4.23.1812+1035-Debian_9.0-all.tar.gz
cd webapp-3.4.23.1812+1035-Debian_9.0-all
dpkg -i *.deb

Wieder werden fehlende Abhängigkeiten zu Problemen bei der Installation führen. Abermals löst apt-get das Problem.

apt-get -f install

Abschließend stellt auch die Installation der Webapp kein Problem mehr dar. (Im Verzeichnis in dem die entpackten Dateien der Webapp liegen):

dpkg -i *.deb

Um die Konfiguration der Webbapp zu aktivieren, muss der Apachewebserver neu gestartet bzw. die Konfiguration neu eingelesen werden.

service apache2 reload

oder

service apache2 restart

Ist die Webapp erreichbar?

Dies lässt sich sehr einfach mittels Browser testen.

http://<FQDN oder IP>/webapp

Bad request?

Offenbar erhalten wir hier einen Bad Request. Erste Anlaufstelle für diesen Fehler, sind die Apache Logdateien, die sich im Verzeichnis /var/log/apache2 befinden.

Der Fehler wird in der Datei /var/log/apache2/error.log protokolliert.

cat /var/log/apache2/error.log

Er lautet:

Rejected insecure request as configuration for ‚INSECURE_COOKIES‘ is false.

Das Problem tritt deshalb auf, da wir unverschlüsselt auf die Webapp zugreifen wollen. Es ist also eine HTTPS-Verbindung notwendig, um in der Standardkonfiguration auf die WebApp zugreifen zu können.

Dies kann man allerdings umschiffen (wenngleich es im Grunde keine gute Idee ist). Wir ziehen die HTTPS Konfiguration später nach und deaktivieren die Zwangsverschlüsselung der Verbindung.

nano /etc/kopano/webapp/config.php

Anpassen der Zeile: define(„INSECURE_COOKIES“,true);

Das Ganze steht per default auf false.

In der Konfigurationsdatei steht hierzu geschrieben:
// Set to ‚true‘ to disable secure session cookies and to allow log-in without HTTPS.

Nach dieser Änderung, muss der Apache2 neu gestartet werden.

service apache2 restart

Und wir versuchen es erneut! Diesmal funktioniert es einwandfrei!

Die Grundinstallation von Kopano-Core und der Webapp sind somit abgeschlossen. Hierbei handelt es sich jedoch bislang rein um das Frontend! Die Datenbankanbindung ist noch nicht gegeben.

WICHTIG: Das Deaktivieren der SSL-Verbindung, dient hier rein dazu, mit der Installation in einer Testumgebung fortfahren zu können. Wenn der Server sich später im Produktiveinsatz befinden soll, MUSS UNBEDINGT darauf geachtet werden, dass dies wieder umgestellt wird. Verschlüsselung ist ein MUSS!

Die Konfigurationsfiles der Kopanokomponenten fehlen

Die Konfigurationsdateien befinden sich schon seit Längerem nicht mehr im Ordner /etc/kopano/…

Diese findet man aktuell unter: /usr/share/doc/kopano/example-config/, wobei die server.cfg und die spooler.cfg im .gz Format vorliegen und erst enpackt werden müssen!

Wir kopieren die Datei server.cfg.gz in den Ordner /etc/kopano/ und entpacken sie mit gzip:

cp /usr/share/doc/kopano/example-config/server.cfg.gz /etc/kopano
gzip -d server.cfg.gz

Im nächsten Schritt muss eine Datenbank eingerichtet werden.

MySQL Datenbank einrichten

Per phpmyadmin stellt dieses Vorhaben kein all zu großes Problem dar.

Zuerst erstellt man eine neue Datenbank.

und einen Benutzer

Den Abschluß bildet die Zuordnung der Benutzerberechtigungen. (Datenbank kopano / Benutzer kopano)

Konfigurationsdatei von Kopano-Core anpassen

In einem der vorhergehenden Schritte, wurde die Konfigurationsdatei in das Verzeichnis /etc/kopano kopiert und entpackt. Sämtliche Konfigurationsparameter, sind in der Datei auskommentiert und müssen erst (nach Bedarf) aktiviert werden.

Die server.cfg Datei für dieses Tutorial, kann man sich hier herunterladen.

ACHTUNG: Bitte die Einstellungen für die Datenbank anpassen (User, Passwort, DB-Name, Connection).

Kopano Server starten

Der Start des Server sollte nun bewirken, dass die zuvor erstellte Datenbank mit den notwendigen Tabellen / Feldern befüllt wird.

Zuerst stoppen wir einen eventuell laufenden Kopano Server.

service kopano-server stop

Der Start

service kopano-server start

und die folgende Statusprüfung (service kopano-server status), sollte folgendes Bild ergeben.

Sofern man hier etwas von einem Datenbankproblem (DB nicht vorhanden) liest und alle Einstellungen in der server.cfg korrekt sind, hilft oft ein weiterer Neustart von Kopano.

Normalerweise werden mit dem Start des Kopano-Server, in der Datenbank Tabellen und Felder angelegt.

Um zu überprüfen, ob die Datenbank bereits mit Daten befüllt wurde, kann sie in phpmyadmin aufgerufen werden. (Wenn der der Verbindungsvorgang erfolgreich war, sollten hier etliche Tables und Felder ersichtlich sein):

Kopano Benutzer

Die Kopanobenutzer kommen in dieser Konfiguration aus der MySQL Datenbank und müssen per Linuxkonsole angelegt werden.

Folgend wird ein Benutzer „gestl“ inklusive Mailadresse angelegt. Der Benutzer ist Administrator und bekommt deshalb zusätzlich einen Parameter mit auf den Weg (-a1).

 kopano-admin -c gestl -p 12init34 -e daniel.gestl@it-yourself.at -f "Daniel Gestl" -a1

Login in die Webapp

Um zu prüfen, ob die Konfigurationsarbeiten erfolgreich waren, erfolgt abschließend der Loginversuch.

http://<FQDN / IP>/webapp

Englische Ordnernamen

So manchem, mag aufgefallen sein, dass die Ordner für Posteingang, Postausgang etc. auf englisch angeführt werden. Um dies im Nachhinein zu ändern, sind einige Schritte notwendig.

Zuerst muss man sicherstellen, dass das deutsche Sprachpaket für die jeweilige Linuxdistribution installiert ist. Da ich Debian verwende, kann dies mit dem Befehl:

dpkg-reconfigure locales

erledigt werden. Im erscheinenden Fenster, muss bitte de_DE.UTF8 UTF8 ausgewählt (Leertaste) und schließlich mit OK bestätigt werden.

Die Frage nach dem „default locale“ bitte ebenso mit de_DE.UTF8 bestätigen.

Kopano liefert mit dem Befehl „kopano-localize-folders“ eine Möglichkeit mit, die bereits erstellten englischen Ordnernamen auf deutsche Ordnernamen umzustellen:

kopano-localize-folders --u gestl --lang de_DE.UTF8 --verbose (Achtung doppelte Bindestriche bei -u -lang -verbose!)

Danach sollten die Ordner in deutscher Sprache erscheinen.

Ende – Teil 1

Wie man sieht, ist die Installation keine Zauberei. Allerdings fehlt hier noch die Einbindung von Postfix, damit Emails versendet und empfangen werden können. (…und ein wenig Finetuning).

Darauf werde ich in einem zweiten Artikel zum Thema „Kopano“ eingehen.

PS: Kopano kann noch viel mehr!

Hier gehts zu Teil 2…

Kopano Webapp mit fail2ban schützen

Gerade eben stand ich vor der Aufgabe, die Kopano-Web-App mit einem fail2ban Schutz zu versehen. Fail2ban arbeitet mit regulären Ausdrücken (regular expressions). Ehrlich gesagt, habe ich davon so gut wie keine Ahnung. 🙂

Egal! Aufgegeben wird nur ein Brief…

Schließlich kam ich zu folgender Lösung.

Der Logeintrag

Im Apache-Error-Log wird bei einem fehlerhaften Loginversuch in die Webapp Folgendes protokolliert:

[Thu Mar 09 19:20:56.097859 2017] [:error] [pid 25634] [client xx.119.xxx.141:6640] Kopano WebApp user: dsafasdf: authentication failure at MAPI, referer: https://kopano.mysite.at/webapp/?logon

Der Fail2ban Filter

Da es sich bei der Fehlermeldung um eine vom „Apachen“ kreierte Fehlermeldung handelt, greife ich im Filter auf die apache-common.conf (siehe INCLUDES) zurück und baue mir folgenden Filter (failregex):

# FILE : /etc/fail2ban/filter.d/kopano-webapp-login.conf
# Fail2Ban configuration file
[INCLUDES]
before = apache-common.conf
failregex = ^%(_apache_error_client)s Kopano WebApp user: .+?(?=:): authentication failure at MAPI

ignoreregex =

Der erste Teil wertet die Clientinformationen aus, danach folgt ein normaler String Kopano Webapp user: gefolgt von einer regular expression .+?(?=:) die besagt, dass alle folgenden Zeichen bis zum nächsten Doppelpunkt als Übereinstimmung angesehen werden.

Schließlich folgt ein weiterer Doppelpunkt, der wieder als String zu sehen ist, gefolgt von weiterem Text, der dem Text im Logfile entspricht.

Update – So gehts auch: 

failregex =  ^%(_apache_error_client)s Kopano WebApp user:.* authentication failure at MAPI

Somit ist man nicht mehr auf den Doppelpunkt und die in der ersten Variante angegebene Verrenkung angewiesen.

Die Datei selbst wird unter  /etc/fail2ban/filter.d/kopano-webapp-login.conf gespeichert.

Den Filter aktivieren

Im Verzeichnis /etc/fail2ban/ ist die Datei jail.local um folgende Zeilen zu erweitern:

[kopano-webapp]
enabled = true
port = https
filter = kopano-webapp-login
logpath = /var/log/apache2/kopano_ssl_error.log

Fail2ban Bann oder fail?

Ob es wirklich richtig bannt, ist im Logfile schnell erkannt.

2017-03-09 19:20:56,586 fail2ban.actions[26156]: WARNING [kopano-webapp] Ban xx.119.xxx.141

Scheint zu klappen!

Verbesserungsvorschläge werden gerne angenommen. 😉

Xenserver 7: Sicherheit erhöhen – Rootserverbetrieb

Wenn der Xenserver auf einem Rootserver im Internet installiert wird, ist dieser über die ihm zugeordnete offizielle IP Adresse erreichbar. Dies bedeutet, dass das Managementnetzwerk / Managementinterface grundsätzlich von jedem aufrufbar ist.

Um dieser Problematik etwas entgegenzuwirken, kann man die iptablesfirewall umkonfigurieren bzw. den SSH-Port verschieben.

Mir ist bewusst, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, jedoch jedenfalls besser wie nichts.

SSH Port verlegen

Per XenCenter Serverkonsole sind folgende Anpassungen durchzuführen.

Im Verzeichnis /etc/ssh/sshd_config wird der Port verlegt. Standardmäßig läuft SSH auf Port 22. Dies verlegt man z.B. auf Port 2232.

Iptables anpassen

Nun muss natürlich die Firewall angepasst werden, damit Verbindungen auf Port 2232 erlaubt werden.

Das anzupassende File namens iptables findet sich im Ordner /etc/sysconfig. Es beinhaltet bereits einige Regeln. Unter anderem findet sich auch die Regel für den Standardport (22) in dieser Datei. Diese wird entsprechend angepasst, sodass sie dem „neuen“ SSH-Port entspricht.

Schließlich ist die Datei noch zu speichern und iptables und sshd neu zu starten.

service iptables restart && service sshd restart

hosts.deny und hosts allow einsetzen

Genaugenommen eigentlich ein MUSS in einer solchen Netzwerkkonstellation.

Sofern der PC, mit dem man auf den Xenserver einsteigt, mit einer statischen offiziellen IP-Adesse ins Internet geht, gibt es eine elegante Methode, den Zugriff auf den Xenserver einzuschränken.

In der Datei /etc/hosts.allow wird definiert, welche IPs auf den Server zugreifen dürfen. Die anzuführenden IPs sind neben der localhost IP (127.0.0), auch noch die statische IP, von der aus man den Xenserver managed.

Der Eintrag kann z.B. so aussehen:

ALL: 127.0.0 89.163.225.17

D.h. diese IPs dürfen sämtliche Services auf dem Xenserver nutzen.

Nun muss in /etc/hosts.deny noch für alle anderen ALLES verboten werden. Dieser Eintrag ist recht simpel gehalten und sieht folgendermaßen aus:

ALL: ALL

Durch diese Einstellungen wird jedem Client der Zugriff verweigert, solange nicht die Ausnahmeregelung in den hosts.allow greift.

Nachteil

Natürlich bedingt dies, dass man immer mit den angeführten IP Adressen auf den Xenserver zugreift. Blöd nur, wenn man gerade „irgendwo“ ist und man nicht von seiner gewohnten IP-Adresse aus aufs Internet zugreift.

Workaround

Sollte neben dem Dedicated Root(Xen)Server noch ein weiterer Server mit statischer offizieller IP im (Inter)net aktiv sein, kann man diese IP ebenso in die hosts.allow eintragen. Schließlich könnte dann der Umweg über den zusätzlichen Server genommen werden.

Sprich also:

Client mit dynamischer IP -> ssh zu zusätzlichem Rootserver (IP steht am Xen in den hosts.allow) -> ssh zu Xenserver.