Debian 9 Stretch auf Dell Vostro 1000

Es funktioniert (fast) out of the box

Falls noch jemand einen Dell Vostro 1000 einsetzt und nicht auf Windows zurückgreifen will, steht einem Einsatz von Debian GNU Linux Stretch (Cinnamon) nichts im Wege.

Grundsätzlich kann eine ganz normale Standardinstallation vorgenommen werden.

Nach dem Setup funktioniert allerdings die Grafikkarte (ATI) nicht mit entsprechender Beschleunigung, das WLAN streikt und das Notebook fährt nicht ordnungsgemäß herunter.

Auch ein Neustart bringt nur einen schwarzen Bildschirm, ohne dass das Notebook anstalten macht, neu zu starten.

WLAN und Grafikbeschleunigung

Zuerst müssen wir notwendige Firmware nachinstallieren. Nachdem das WLAN noch nicht funktioniert greift man auf ein klassisches RJ45 Netzwerkkabel zurück und wirft eine konsole (mit Rootrechten) an.

In erster Linie, müssen zusätzliche Zweige in die /etc/apt/sources.list eingetragen werden:

nano /etc/apt/sources.list

Alle bestehenden Einträge werden nach main um contrib und non-free ergänzt. (jeweils mit Leertaste dazwischen).

Danach macht man ein

apt-get update && apt-get upgrade

und installiert die fehlende Firmware für WLAN (BCM4312 LP-PHY chip) bzw. den Installer der die Firmware aus dem Internet nachladet.

apt-get install firmware-b43-installer

Gefolgt vom „nonfree-Firmwarepaket“:

apt-get install firmware-linux-nonfree

Nach einem Restart (der normalerweise momentan noch zu einem Blackscreen bei laufendem Notebook führt – also Powertaste so lange halten bis das Notebook aus ist) sollte WLAN laufen und die Grafikkarte nicht mehr im Softwarerenderingmodus arbeiten.

Nicht vergessen das LAN Kabel abzuziehen und das WLAN zu konfigurieren!

Shutdown und Restartproblem beheben

Das Problem liegt an einer Einstellung im Bios. Diese nennt sich „PowerNow Control“. Sobald man diese Funktion im Bios ausschaltet (Disable), läuft auch der Restart und der Shutdown.

 

 

Debian Stretch Mariadb – Rootlogin phpmyadmin funktioniert nicht mehr

Es ist zwar kein neuer Hut mehr, dass es mit Mariadb in Verbindung mit dem rootlogin in phpmyadmin Probleme gibt, ich möchte es an dieser Stelle aber dennoch erwähnen und eine – meiner Meinung nach gute – Lösung anbieten.

Hintergrund

Bei Mariadb (aktuell in Version 10.1.26-0+deb9u1) ist für den root-user ein unix_socket Plugin aktiv. Dieses Plugin prüft, ob man:

1.) Als Rootuser in der Konsole eingeloggt ist und
2.) den vorhandenen Mariadb-root-user.

Wenn man sich nun bei phpmyadmin als Benutzer root einloggen will, schlägt dies fehl. Klar! In dem Fall meldet man sich ja nicht per Konsole (als User root) bei der Mariadb an, sondern über das Web.

Lösungsweg

Es gäbe nun die Möglichkeit, das Plugin für den Mariadb-Benutzer root zu deaktivieren. (Davon sehe ich hier aber ab). Besser ist es, einen neuen Datenbankbenutzer anzulegen, der -so wie root- auch Vollzugriff auf alle Datenbanken hat, um letztendlich alle Datenbanken per phpmyadmin verwalten zu können.



Im Terminal des Servers  bzw. des Linuxsystems sind folgende Schritte (eingeloggt als root) durchzuführen:

mysql

grant all on *.* to neuerrootuser@localhost (RETURN)
identified by 'deinpasswort' with grant option;

Es ist nun ein weiterer Benutzer mit DB-Rootrechten angelegt worden.

Absicherung der Installation

Es ist immer eine gute Idee, den Befehl

mysql_secure_installation

auszuführen, um einige DB-Einstellungen sicherer zu gestalten. Hierbei kann (und sollte!) auch für den bereits vorhandenen DB-Benutzer „root“ ein Passwort gesetzt werden. (In der Standardkonfiguration hat dieser DB-Benutzer kein Passwort, da ja u.a. auf das unix_socket-Plugin zurückgegriffen wird).

Bestehende MariaDB-Benutzer abfragen / Plugincheck

Will man prüfen, welche User angelegt sind / für wen das oben erwähnte Plugin aktiv ist, begibt man sich abermals in ein Rootterminal und startet folgende Abfrage:

mysql

select user, plugin from mysql.user;

 

 

Meltdown, Spectre: Systeme patchen nicht vergessen

Angesichts der momentan vorherrschenden Securityproblematik (Spectre, Meltdown…) solltet ihr eure Systeme Patchen. Für „Linux“ gilt es bereits vorhandene Kernelaktualisierungen einzuspielen und das System danach neu zu starten.

So gibts für die Stable Version von Debian (Stretch) mittlerweile die Kernelversion 4.9.65-3+deb9u2, die der Sicherheitsproblematik entgegenwirkt.

https://www.debian.org/security/2018/dsa-4078

https://security-tracker.debian.org/tracker/linux

Auch Microsoft stellt Patches zur Verfügung

Windows 7: https://support.microsoft.com/en-us/help/4056897/windows-7-update-kb4056897

Windows 8: https://support.microsoft.com/en-us/help/4056898/windows-81-update-kb4056898

Windows 10: https://support.microsoft.com/de-de/help/4056892/windows-10-update-kb4056892

Starre Vorgaben versus Flexibilität? Exchange vs. Opensource Groupware

Ich habe mich in den letzten Wochen relativ intensiv mit der Groupwarelösung Kopano auseinandergesetzt. Dabei habe ich sicher bei Weitem nicht alles ausgekostet. Nun führten mich meine Gedanken im Zuge dessen wiedereinmal zur Frage, was im Grunde genommen für und gegen eine Opensourcegroupwarelösung spricht.

Andersrum gefragt: Wieso braucht man Exchange?

Aus der Hüfte geschossen, würde ich sagen: „Ich weiß es nicht… mir fällt nichts ein.“

Irgendwelche Behauptungen in den Raum zu stellen, ist natürlich immer leicht, deshalb versuche ich im Folgenden einige Aspekte zu beleuchten. Es würde mich freuen, wenn daraus eine (Kommentar)diskussion entsteht. (…sofern modsecurity gnädig ist).

MS Exchange (aktuell 2016)

Softwareanforderungen

Ohne Frage, ist Microsoft-Exchange ein rundum ausgereiftes Produkt, das Unmengen an Funktionen liefert. Es tut was es soll. Es ist ganz einfach das Standardprodukt in der Groupwarewelt.

Eingesetzt wird es innerhalb einer Active Directory Domain. Der hierfür notwendige Domänencontroller benötigt MS Windows Server  ab Version 2008. (Exchange wird nicht auf dem DC installiert!)

Es wird empfohlen, dass Exchange nur auf Mitgliedsservern installiert wird. Unterstützt wird MS Windows Server ab Version 2012. Die IIS Komponente für die Nutzung von Outlook Web Acces ist bereits inkludiert.

Dies gilt auch für die Datenbank, die für Exchange notwendig ist.

Wenn man die gesamte Funktionalität von Exchange auskosten will, muss man MS Outlook einsetzen. (Mindestens Version 2010 inkl. KB 296525).

Outlook Web Access ermöglicht die Nutzung der Groupware per Webbrowser.

Hardwareanforderungen

  • Mindestens 8 GB Ram / bei Edge-Transport mindestens 4GB Ram
  • Mindestens 30GB+ Festplattenspeicher für die Exchange-Installation

Notwendige Lizenzen / Software

Server 2016

Annahme: Physischer Server mit 2 CPUs und 8 physischen Kernen / CPU. (Entspricht der Minimallizenzierung nach Cores = 16 Cores.)

  • 1x Server Lizenz 2016
  • x-mal Benutzerzugriffslizenzen / Gerätezugriffslizenzen Server

Wird nur die Hyper-V Rolle installiert, dürfen 2 VMs mit Server 2016 auf dem Host betrieben werden.

Die Konfiguration könnte (minimal) so aussehen:

 

1x VM Server 2016 Domänencontroller
1x VM Server 2016 (Domainmember) für Exchange

Exchange 2016

  • 1x Lizenz für Exchange
  • x-mal Benutzerzugriffslizenzen / Gerätezugriffslizenzen Exchange

Kopano

Softwareanforderungen

Als Betriebssystemplattform kommt eine kostenlose Linuxdistribution zum Einsatz, die die Datenbank (MySQL, MariaDB, …)  und den Webserver (Apache) mit im Gepäck hat.

Hardwareanforderungen

Kurz und bündig mit einem Ausschnitt aus einer Grafik (Quelle: Kopano) veranschaulicht.

Notwendige Lizenzen / Software

In der Community Edition kann Kopano kostenlos eingesetzt werden.

Im  Firmenumfeld bietet es sich jedoch an, eine Subscription abzuschließen. Die Kosten richten sich hier nach der Anzahl der User und nach der Ausstattung des Kopano Paketes.

Fokussiert auf die Serverkomponenten der Groupware (Linuxserver / Kopano + Module) gibt es also keine Kosten für Einzellizenzen, Serverlizenzen, Clientzugriffslizenzen, Corelizenzen, Lizenzen zum Töten, erröten…

Zitat:

„Die Serverlizenzkosten / Cals etc. hat man im Firmenumfeld doch immer! Es sind mehrere Windows Domänencontroller und x Windows Clients im Einsatz“.

Stimmt sicher, will ich auch gar nicht abstreiten. Die Exchange Lizenzkosten spart man sich aber!

Fazit

Warum bin ich der Meinung, dass Opensource Groupware, wie zum Beispiel Kopano, ganz einfach die bessere Wahl ist? Warum muss es nicht immer gleich Exchange sein, nur weil  es ja „die Anderen auch alle so machen“ ?

  1. Keine Lizenzgebühren, nur eine Subscription (oder gratis community-edition).
  2. Keine komplizierte Lizenzpolitik
  3. Selbst hosten auf einem günstigen Rootserver möglich
  4. Nicht abhängig von MS-Server-Struktur
  5. Stand-Alone-Installation möglich
  6. Somit geringe Kostenbelastung für Unternehmen
  7. Unabhängigkeit von den „Big Playern“
  8. Komplett flexibler, modularer Aufbau
  9. Keine starren Vorgaben, man macht sich die Welt, wie sie einem gefällt!
  10. Opensource = Mehraugenprinzip = Sicherheit
  11. Annähernd freie Wahl der OS-Plattform
  12. Ersatz von Outlook@Desktop via Deskapp

Ehrlich gesagt finde ich keine Argumente, die gegen eine Groupwarelösung wie z.B. Zarafa, Kopano etc. sprechen. Es läuft und läuft und läuft und läuft…

 

 

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