Allgemeines

Beim Umstieg auf Linux (egal, um welche Distribution es sich handelt) sollte man ein paar grundlegende Dinge beachten. Vor allem darf man nicht davon ausgehen, dass es sich ident zu anderen bekannten Betriebssystemen verwalten und bedienen lässt.

Man sollte ausserdem nicht den Fehler machen und gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn einmal etwas nicht so klappt, wie man sich das vorstellt.

Devices (Geräte) unter Linux

Hat man gerade erst mit Linux (egal welche Distribution) begonnen, fällt es mitunter relativ schwer, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Von anderen Betriebssystemen war man gewohnt, dass man beispielsweise Laufwerke mit Laufwerksbuchstaben (A: C: …) anspricht. Dies ändert sich unter Linux grundlegend, denn hier wird alles als eine Datei behandelt.

Beispiel anhand einer SATA Festplatte

Relativ einfach, lässt sich das anhand einer Festplatte erklären. Um unter Linux auf eine Festplatte zugreifen zu können, muß diese gemountet werden. Mounten bedeutet soviel wie “in das Dateisystem einbinden”.

Wenn man einen Blick in das Verzeichnis /dev riskiert, kann man sich ein Bild über die verschiedenen Geräte (Devices) machen, die von Linux erkannt wurden: Das Verzeichnis /dev

Eine SATA-Festplatte wird grundsätzlich als /dev/sd(x) angesprochen, wobei das (x) einen Platzhalter darstellt und folgende Werte enthält:

  • SATA Festplatte, die am ersten Controller angeschlossen ist: sd(a) (a -> steht also für die Festplatte am ersten SATA Controller-Kanal)
  • SATA Festplatte, die am zweiten Controller angeschossen ist: sd(b) (b -> steht also für die Festplatte am zweiten SATA Controller-Kanal)

Ansprechen / Einbinden von verschiedenen Partitionen

Eine Festplatte muß partitioniert werden. Unter Partitionierung versteht man die Einteilung einer Festplatten in verschiedene Abschnitte. So kann zum Beispiel ein bestimmter Speicherbereich der Festplatte für das Homeverzeichnis (/home) verwendet werden, ein weiterer Teil für das Systemwurzelverzeichnis (/) und so weiter.

Anhand des Programmes gparted, kann man sich einen sehr schönen Überblick über die vorhandene Partitionierung der Festplatte verschaffen:

Gparted

Detailliert handelt es sich um die SATA Platte am ersten SATA Controller:

  • /dev/sda1 = Erste primäre Partition (nicht eingebundenes Windowslaufwerk. Nicht eingebunden deshalb, da es keinen Mountpoint hat.)
  • /dev/sda2 = Zweite primäre Partition -> Mountpoint “/” -> Systempartition von Linux
  • /dev/sda3 = Erweiterte Partition
  • /dev/sda5 = Erstes logisches Laufwerk in der erweiterten Partition -> Mountpoint /home -> Hier befinden sich das Homeverzeichnis der Anwender
  • /dev/sda6 = Zweites logisches Laufwerk in der erweiterten Partition -> Auslagerungsdatei von Linux (swap)

Muß man das alles händisch mounten?

Die Antwort ist NEIN, denn die Systemkritischen Mountpunkte werden während der Installation automatisch berücksichtigt. Wenn man ganz minimalistisch ist, beschränken sich die Mountpunkte auf das Wurzelverzeichnis “/” und die Swapdatei (Swap).

Sollte sich jetzt jemand fragen, ob die Zuordnung der Partitionen irgendwo gespeichert wird, würd ich sagen: “Riskieren wir einen Blick in die Datei fstab, die sich im Verzeichnis /etc befindet”:

Mountpoints in der Datei Fstab

Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Man erkennt jedoch realtiv klar, worum es hier geht. Wobei man sich von den UUID momentan nicht beeindrucken lassen sollte. Es geht rein ums Prinzip:

  • /dev/sda2 -> Mountpoint “/” -> Wurzelverzeichnis
  • /dev/sda5 -> Mountpoint “/home” -> Heimatverzeichnis für die Anwender
  • /dev/sda1 ist auskommentiert, da ich es nicht benötige
  • 192.168.0.5:/data -> Mountpoint /media/server -> Network File System (Freigabe eines NFS Server)
  • /dev/sda6 -> kein Mountpoint, jedoch Dateisystem SWAP -> Also Auslagerungsdatei
  • /dev/cdrom -> Mountpoint /media/cdrom -> CDROM/DVD-Rom-Laufwerk
  • /dev/floppy wäre das Diskettenlaufwerk. Dieser Eintrag ist aber mittels # auskommentiert (da ich kein Floppylaufwerk habe).

Wie greift man zuguterletzt auf ein Laufwerk zu?

Man greift auf ein Laufwerk über das Verzeichnis, das im Mountpoint angegeben worden ist, zu. Nehmen wir das Homeverzeichnis aus dem obigen Beispiel, kann man zum Beispiel in einer Konsole:

  • cd /home eingeben und man gelangt in das Homeverzeichnis, das ist dann gleichzeitig /dev/sda5
  • oder cd /media/cdrom wäre das DVD/Cdrom-Laufwerk (wenn eine CD eingelegt ist und das Laufwerk gemoutet ist)
  • weiters gibt es noch das Wurzelverzeichnis “/” -> cd / (Unter diesem Verzeichnis befinden sich alle andren Verzeichnisse)

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